Das Haus wurde 1965 erbaut und ist Teil der Geschichte von Wervicq-Sud.
━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━
Ein Haus aus lokalem Erbe
Das Haus wurde von Paul Ferrant erbaut, dem Erben einer Familie mit tiefen Wurzeln in der Region. Es steht damit in einer starken familiären und industriellen Tradition. Sein Großvater, ebenfalls Paul Ferrant genannt, leitete das Unternehmen Cousin, einen historischen Hersteller von Garnen und Seilen, der die Stadt nachhaltig geprägt hat.
Die Familie Ferrant hinterließ uns eine Bibliothek mit Fachwerken über synthetische Fasern in verschiedenen Sprachen und beherrschte zweifellos Flämisch und Deutsch. Der erste Paul Ferrant engagierte sich zudem im öffentlichen Leben Belgiens und veranschaulicht damit die alten Verbindungen der Familie zu Nordeuropa. Wervicq-Sud war schon damals auf diesen grenzüberschreitenden Raum ausgerichtet und historisch die einzige niederländischsprachige Stadt der Kastellanei Lille.
Das Viertel La Montagne trägt bis heute die Spuren dieses industriellen Wohlstands: große Anwesen, charaktervolle Häuser und bemerkenswerte Villen zeugen davon.
La Castagnère war jedoch nie als Schloss gedacht, sondern als elegantes, komfortables und für seine Zeit modernes Familienhaus.
━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━
Ein Haus ohne Kompromisse
Hinter seinen schlichten und klassischen Linien verbirgt sich ein für seine Zeit außergewöhnlich anspruchsvolles Bauwerk.
Eine mit Stahlträgern verstärkte Konstruktion, eine solide armierte Terrasse und vor allem ein in den 1960er Jahren seltenes Detail: Doppelverglasung – damals ein echter Luxus.
Zu den Elementen, die die Zeit überdauert haben, gehört die schwere flämische Eingangstür, eingefasst von sorgfältig bearbeitetem Blaustein aus Soignies. Sie zeugt von derselben Sorgfalt für Stabilität wie für die Ausführung der Details.
Dieses Haus wurde gebaut, um Generationen zu überdauern.
━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━
Eine behutsame Renovierung
Wie viele gut gebaute Häuser hat auch La Castagnère die Jahrzehnte mit ihren Qualitäten – und den Spuren der Zeit – überstanden.
Die Badezimmer haben mit ihren freistehenden Badewannen ihren ursprünglichen Charme bewahrt, während der bereits damals großzügig angelegte Garten seine volle Reife erreicht hat. Einige Ausstattungen, die Isolierung und der allgemeine Komfort entsprachen jedoch nicht mehr vollständig den heutigen Erwartungen.
Bei der Renovierung im Jahr 2021 bestand das Ziel nicht darin, das Haus zu verändern, sondern es behutsam weiterzuentwickeln: seinen Charakter zu bewahren und das zu erhalten, was seine Persönlichkeit ausmacht.
Seit Januar 2026 ist das Haus klimatisiert. Photovoltaikmodule werden diese Entwicklung in naher Zukunft im Sinne größerer Nachhaltigkeit ergänzen.
━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━
Heute
Heute entdecken Besucher ein ruhiges Haus inmitten von viel Grün.
Gleichzeitig finden sich hier die Spuren jener Menschen, die es erdacht, gebaut, bewohnt und über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg weiterentwickelt haben.
Zwei Kastanienbäume wachen noch immer über das Eingangstor … und gaben La Castagnère ihren Namen.
Heute ist sie unser Zuhause geworden – das von Bernd und Grégory: La Castagnère de Bergory.




